10 Jahre Cactus Ladies Teil 1
– Objects in mirror are closer than they appear!

 

Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass es mal die Cactus-Ladies Germany geben wird. Wir ehrlich gesagt nicht. Und wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass heute 20 Mädels unsere wunderschöne Lady auf Ihren stolz geschwellten Brüsten mit dem Moped aber auch mit dem Auto durch die Gegend fahren.

Wer uns heute so sieht, sieht eine Gruppe von Frauen, die Ihr gemeinsames Hobby, friedlich, entspannt in vollen Zügen genießen. Die gemeinsam viel unternehmen und große Freude an dem haben, was sie tun.

Passenderweise kann man sagen: Heute fahren wir auf ruhigen, geraden, freien und gut asphaltierten breiten Straßen. Wir haben den nötigen Grip unter unseren Reifen, der uns erlaubt, weiter zu kommen, neue Wege zu entdecken, diese neuen Wege auzuprobieren, daran zu wachsen, uns neue Ziele zu stecken und sie natürlich auch zu erreichen. Wir haben das nötige Werkzeug in unseren Satteltaschen, um uns sicher in dem zu fühlen, was wir tun. Gemeinsam eine tolle Zeit zu verbringen, unsere Harley zu fahren und Spaß zu haben.
Das war aber nicht immer so.

Unseren 10. Geburtstag möchten wir zum Anlass nehmen, um einmal in unsere Rückspiegel zu schauen. Es ist wichtig, ab und zu mal einen Blick dort hinein, also in die Vergangenheit zu werfen. Nur einen kurzen, um sich daran zu erinnern, wie es anfing, woher wir kommen. Um nicht zu vergessen, dass unsere Vergangenheit uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Puh, das war aber jetzt sehr pathetisch und sentimental, man, man,man…aber wir haben ja schließlich auch Profil (auf unseren Reifen) und Tiefgang (wenn wir einen Platten haben).

Kommt, wir nehmen Euch mit auf einen kleinen Roadtrip in unsere Vergangenheit.

Wir starteten unseren Trip auf einem Parkplatz, der mit etwas losem Split gestreut war. Immer einen Finger an Bremse und Kupplung machten wir unsere ersten Fahrversuche. Wir waren noch etwas unsicher, denn das Cactus Chapter hatte schließlich bislang noch nie einen Mädels-Trupp. Wie kommen wir an? Wie werden wir angenommen? Sind wir, bzw. der Mädels-Trupp überhaupt gewünscht? Können wir alleine Motorrad fahren? Wie kommt das Benzin in den Tank? Wo ist der Tankdeckel? Kommen wir überhaupt jemals da an, wo wir hinwollen? Kennt einer den Weg? Erst absteigen, dann abstallen?

Aber ich schweife ab…wo waren wir stehengeblieben? Stehengeblieben? Da hat wohl doch jemand den Tankdeckel nicht gefunden?

Ach ja, unsere Gründung: wann genau gründeten wir denn jetzt eigentlich die Cactus Ladies?

Es muss so im Februar/März 2010 gewesen sein, als wir beim Stammtisch im Scotties saßen und – ich weiß nicht mehr, wer genau – jemand damit anfing, dass wir Mädels auch endlich einen Mädels-Trupp gründen sollten. Wir fingen an, lustige Namen in den Raum zu rufen: Erinnern kann ich mich an genau zwei Vorschläge: Der eine war Cactussis, der wurde aber sofort abgelehnt.

Einstimmig. Ohne Diskussion. Bäh. Die, die das vorgeschlagen hat, ist auch nicht mehr im Cactus Chapter…aus gutem Grund. Cactussis…ts!


Irgendwann warf dann jemand Cactus-Ladies in die Rundeund wir waren sofort Feuer und Flamme. Die ersten Bilder, wie unsere Lady aussehen sollte, nahmen in unseren Köpfen Formen an und Luciano, der sich auch sofort Hals über Kopf in die Cactus Lady verliebt hat, legte sofort los und etwarf unser Logo – unsere Cactus-Lady. Was soll man sagen: Sie ist wunderschön! Aber das wisst Ihr ja selber.

In unserer Vorstellung fuhren wir Mädels schon gemeinsam einen breiten und gut asphaltierten Highway mit unseren Harleys entlang. Dem Sonnenuntergang entgegen. Frei. Glücklich. Zufrieden. Voller Vorfreude auf eine gute Zeit.

Tja, leider erst mal nur in unserer Vorstellung. Die Realität hielt leider erst einmal eine Schotterpiste mit einigen fiesen Kurven für uns bereit, auf die uns auch der ein oder andere Steine gelegt wurde und auf der uns der Wind zeitweise heftigins Gesicht wehte.

Aber wir wären heute nicht das, was wir sind, wären wir nicht allen Widerständen zum Trotz nur ein paar Monate später mit den oben erwähnten stolz geschwellten Brüsten, auf denen die wunderschöne Cactus Lady prangte, über Sylt stolziert. Unser erster – mehr oder weniger offizieller -Auftritt als Cactus-Ladies. Man, war das ein irre gutes Gefühl. Aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass wir damit auf Sylt auch eine ganze Menge Eindruck gemacht und viele neidische Blicke geerntethaben. Man sprach uns darauf an, man sprach über uns…zu Recht, wie wir finden.

Noch im selben Jahr gingen die Cactus Ladies auf Probe-Tourin die Rhön. Somit können wir das Jahr 2010, um bei dem passenden Bild zu bleiben, mal als Probefahrt bezeichnen. Wir mussten ja schließlich erst einmal prüfen, ob das alles so klappt, wie wir uns das vorstellten. Und ja: wir haben den Tankdeckel und sogar den Weg in die Rhön gefunden. Es hat alles gut geklappt, es war eine perfekte Probetour. So perfekt, dass wir an unserem Traum dranbleiben wollten. Koste es was es wolle.

Im April 2011 haben wir dann auch endlich unsere First Cactus-Lady bekommen. Wurde aber auch Zeit, dass der Weiberhaufen endlich unter Kontrolle gebracht wurde und nicht mehr länger führungs- und orientierungslos durch die Gegen irrte.

Silke wurde zur Ladies-of-Harley Officerin des Cactus Chapter gewählt und somit zu Chefin unseres Weibershaufens. Seitdem kümmert sich Silke vorbildlichst und unendlichliebevoll um uns, um ihre Ladies. Und das aufopferungsvoll und mit viel Geduld. Ohne Pause.

Silke organisiert tolle Touren, sorgt dafür, dass sich alle, auch die nichtfahrenden Ladies, stets wohl fühlen und Spaß haben, dass wir immer ein warmes Bett, lecker zu essen und zu trinken haben und dass wir stets gut gekleidet sind.

Wir sind Silke sehr, sehr dankbar für das alles, denn ohne Ihr Engagement wären wir heute sicherlich nicht da angekommen, wo wir sind. Ohne Silke wären wir nicht die, die wir sind. Silke, Du hast sicherlich den größten Teil unserer Straße für uns freigeräumt. Im Namen aller Cactus-Ladies:

DANKE!!!!

Puh, da musste ich erst einmal ein Tränchen verdrücken…sorry. Weiter in der Geschichte.

Endlich nicht mehr führungslos haben wir dann direkt 2011 die erste offizielle Cactus-Ladies Tour zu unserem Jens angetreten. Über Jens habt ihr schon viel gelesen und über ihn, bzw. über unsere Touren in sein Hotel, werdet Ihr noch viel lesen…zu Jens fahren wir immer, wenn es besonders sein muss. Wir sind ein bisschen verliebt und wie es mit der ersten großen Liebe so ist…die vergisst man nie so ganz. Zu Jens zu fahren ist eine unserer Traditionen geworden und Traditionen sind nun mal bekanntlich das, was Menschen, in unseren Fall Cactus-Ladies, zusammenschweißt.

Es folgten in den Jahren darauf noch viele, viele schöne gemeinsame Aktivitäten. Jedes Jahr gingen wir Mädels auf Tour, auf denen wir viel erlebt, noch mehr getrunken und am meisten gelacht haben. Wir haben gemeinsame Sicherheitstrainings absolviert, lustige Stammtische abgehalten und sind über den Weihnachtsmarkt getorkelt, ähm, gegangen.

Wir hatten sehr lustige, ausgelassene Zeiten, aber auch traurige und nicht so schöne Zeiten. Aber eines waren wir immer: ZUSAMMEN!

Und heute? 2020? 10 Jahre später? Heute haben wir die engen Kurven und die Schotterpisten erfolgreich hinter uns gelassen. Wir haben die Steine aus unserem Weg geräumt. Der Gegenwind hat erfreulicherweise auch nachgelassen. Man kann fast behauptet, dass wir mittlerweile sogar etwas Rückenwind bekommen haben. Es ist so schön, dass wir mittlerweile auch von vielen innerhalb und außerhalb des Cactus-Chapter unterstützt und bestärkt werden. Diejenigen, die das tun, wissen wer damit gemeint ist und dürfen sich von den Cactus-Ladies mal fest gedrückt fühlen. Eine dicken Schmatzer vom roten Kussmund der Cactus-Lady für Euch.

DANKESCHÖN!

Wir genießen die pefekten Straßenverhältniss jede Minute, die wir zusammen unterwegs sind und hoffen, dass es noch lange so bleibt. Ich weiß nicht, wie andere das sehen ( und mir persönlich wäre es auch ziemlich egal, wenn es jemand anders sieht) aber ich bin der Meinung, dass wir uns das redlich verdient haben.

So, Ihr Lieben, die ihr das hier lest. Das war der erste Teil unserer 10-Jahres Jubiläumsstory und wir hoffen, dass Euch der kleine Ritt in die Vergangenheit etwas Spaß gemacht hat.

Schaut bald mal wieder rein, es gibt dieses Jahr noch so vielfür uns zu erleben und somit auch für Euch zu lesen.

See you on the road, baby!

Liebste Grüße, Eure Highwayhoney

– Cactus-Ladies Germany –